Kirchenkompass-Projekt ZfS stärkt die Seelsorge
Jürgen Kegler engagiert sich
beim Aufbau des ZfS
Das Ziel des neuen Zentrums für Seelsorge (ZfS), das 2009 in Heidelberg seine Arbeit aufnimmt, ist es, die seelsorglichen Kompetenzen in der Evangelischen Landeskirche in Baden weiter zu verbessern.
„Eine solche Konzentration aller Maßnahmen hat es in der seelsorglichen Qualifizierung in der Landeskirche bisher nicht gegeben“, sagt Kirchenrat Jürgen Kegler, der für dieses Kirchenkompass-Projekt verantwortlich ist. Mehrere Referate des Evangelischen Oberkirchenrats arbeiten beim ZfS eng zusammen.
Den Startschuss für dieses Kirchenkompass-Projekt hat die Landessynode auf ihrer Tagung im Frühjahr 2008 gegeben. Aufgabe des Zentrums wird sein, alle in der Landeskirche seelsorglich Tätigen zu qualifizieren, zu fördern und zu begleiten. Das Zentrum wird nicht nur für Studierende der Theologie sowie Vikarinnen und Vikare zuständig sein, sondern auch Pfarrerinnen und Pfarrer fortbilden. Neben den hauptamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorgern werden auch immer mehr gut ausgebildete Ehrenamtliche gebraucht. Auch sie sollen zukünftig vom ZfS betreut werden
Landeskirche setzt neuen Akzent
Tausende Ehrenamtliche sind in Baden zum Beispiel im Besuchs- und Hospizdienst und in der Telefonseelsorge tätig. Mit großem Engagement und nach bestem Wissen und Gewissen hören sie zu, trösten, beraten. Sie begleiten Schwerkranke, Sterbende und deren Angehörige. Die Ausbildung und Begleitung der Ehrenamtlichen ist sehr unterschiedlich. Auch die Seelsorge-Ausbildung der badischen Vikarinnen und Vikare umfasst nur ein paar Wochen. Fortbildungsangebote während der folgenden Berufsjahre gibt es bislang kaum. Hier will die Landeskirche nun bewusst einen neuen Akzent setzen.
Im Zentrum für Seelsorge (ZfS) haben Vikarinnen und Vikare, Pfarrerinnen und Pfarrer die Möglichkeit, sich weiterzubilden und sich regelmäßig über das seelsorgliche „Alltagsgeschäft“ und besonders schwierige Fälle auszutauschen. Für Ehrenamtliche werden die Kurse „Seelsorge als Begleitung“ intensiviert. Sie qualifizieren zum eigenständigen Dienst in der Seelsorge. Nach der Ausbildung können Ehrenamtliche eine kirchliche Beauftragung erhalten und weiterhin fachlich, supervisorisch und geistlich begleitet werden. Darüber hinaus werden Haupt- und Ehrenamtliche gemeinsam seelsorgliche Angebote wahrnehmen können.
Von dieser engen Zusammenarbeit versprechen sich alle eine verbesserte Seelsorge in den Gemeinden. „Damit erfüllt die Kirche nicht nur ihren christlichen Auftrag, sondern erhöht auch ihre Akzeptanz in der Öffentlichkeit“, betont Kegler. Der Projekt-Zeitplan sieht vor, dass bis zum Jahresende alle Kursleiterinnen und -leiter ihre Arbeit aufnehmen können. 2009 werden sie dann Fortbildungsangebote entwickeln und mit der praktischen Umsetzung beginnen.
Seelsorge-Zentrum will eng mit Uni kooperieren
Integriert in das Kirchenkompass-Projekt ist auch die Schulseelsorge. Zuständig dafür wird – in enger Zusammenarbeit mit dem Religionspädagogischen Institut und der Evangelischen Fachhochschule in Freiburg – eine Kursleiterin sein, die Multiplikatorinnen im Seelsorge-Zentrum ausbildet. Diese wiederum werden badische Religionslehrerinnen und -lehrer vor Ort qualifizieren.
Heidelberg bietet sich als Standort an, denn Dozenten der Universität und der Landeskirche arbeiten bei der Seelsorge-Ausbildung der Studenten und Vikare längst zusammen. Diese Kooperation, die in der Bundesrepublik bisher einmalig ist, soll es zukünftig auch bei der Fortbildung im ZfS geben. Finanziert wird das Projekt aus Kirchenkompass-Mitteln. Für drei Jahre hat die Synode etwa 1,2 Millionen Euro für das ZfS bewilligt.
Von Christine Jacob


