GRATIA-Stiftung

 

"Gib Frauen Raum, dann können sie Wunder tun"

Cover GRATIA

Gratia ist eine Gemeinschaftsstiftung von Frauen für Frauen. Gratia unterstützt Frauen in ihrem Engagement für eine gerechte und friedliche Welt. Gratia fördert Initiativen von Frauen im Gebiet der Badischen Landeskirche und ihrer weltweiten Partnerkirchen.

 

Einladung zur Stiftungsversammlung 2011

 

Herzliche Einladung zur Stiftungsversammlung von GRATIA - Stiftung der Evangelischen Frauenarbeit in Baden!

Sie findet am 18. November 2011 von 16:30 bis 20:30 Uhr im Lichthof des Evangelischen Oberkirchenrats, Blumenstraße 1, in Karlsruhe statt. Eingeladen sind alle, die sich für die Arbeit der Stfitung interessieren und sich der Stfitung verbunden fühlen. Wir freuen uns, dass wir zum fünften Geburtstag von GRATIA Gäste aus Tschechien und die Trägerin des Marie von Marschall Preises, Dr. Reinhild Traitler, begrüßen dürfen. Neben dem Jahresbericht des Vorstands von GRATIA stehen die Berichte aus den von GRATIA geförderten Projekten im Mittelpunkt: Verantwortliche des Zentrums InBazé in Prag, die Flüchtlinge aus Tschetschenien beraten und begleiten, werden ihre Arbeit vorstellen und zum Gespräch zur Verfügung stehen. Das Europäische Projekt für Interreligiöses Lernen (EPIL), das in diesem Jahr zum dritten Mal durchgeführt wird, findet in diesem Jahr Resonanz wie noch nie. Wir werden näheres hören. Als drittes Projekt fördert GRATIA einen Qualifizierungskurs für Ehrenamtliche zum Besuch pflegebedürftiger Menschen in Gemeinde und im Pflegeheim in Freiburg. Dieser Kurs wird erstmals in dieser Form durchgeführt und findet sehr positive Resonanz.
Musikalisch gestaltet wird die Stiftungsversammlung durch vier Frauen am Saxophon: Gerlinde Fronemann, Inge Ganter, Bärbel Kohl und Annette Niesyto.
Wir freuen uns auf Begegnung und Gespräch mit Ihnen! Herzliche Einladung!

     

    Marie-von-Marschall-Preis 2010 für Dr. Reinhild Traitler

     

    Der von der GRATIA-Stiftung der Evangelischen Frauenarbeit in Baden verliehene Marie-von-Marschall-Preis geht in diesem Jahr an Dr. Reinhild Traitler

    Traitler_Dr._Reinhild

    Dr. Reinhild Traitler

    Ausgezeichnet wird die in Zürich lebende Theologin und Philologin für ihr außergewöhnliches Engagement im Bereich der Ökumene, der Feministischen Theologie und der interreligiösen und interkulturellen Begegnungsarbeit, dem auch die Evangelische Frauenarbeit in Baden vielfältige und wegweisende Impulse verdankt. Der Preis ist mit 2000 Euro dotiert.

    Als Mitarbeiterin beim Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf war Reinhild Traitler in den 70er Jahren verantwortlich für die entwicklungspolitische und interkulturelle Bildungsarbeit. Von 1984 bis 2003 prägte sie als Studienleiterin für „Theologie im gesellschaftlichen Dialog“ am Evangelischen Tagungs- und Studienzentrum Boldern bei Zürich nachhaltig und über die Grenzen der Schweiz hinaus die Ausstrahlung der Tagungsstätte. Dort entwickelte sie seit den 80er Jahren Ausbildungskurse in Feministischer Theologie, ab 1999 mit dem Schwerpunkt interreligiöser Dialog aus der Sicht von Frauen. Dort fanden auch die Europäischen Frauensommerakademien statt, die nach der Wende Frauen aus Mittel- und Osteuropa jährlich nach Boldern führten. Von hier aus nahm das Europäische Projekt für Interreligiöses Lernen (EPIL) seinen Anfang, das als ambulanter Studienkurs bereits im 3. Durchgang Lernende aus dem Libanon, Bosnien, Österreich, den Niederlanden, Deutschland und der Schweiz zusammenführt, und für das Reinhild Traitler bis heute maßgeblich verantwortlich ist.

    Mit Reinhild Traitler wird, so heißt es in der Begründung des Vorstands von GRATIA, eine Wegbereiterin und Weggefährtin der Ökumene und des interreligiösen Dialogs ausgezeichnet, die viele(s) angestiftet und auf dem Weg begleitet hat. Dazu zählen auch ihre zahlreichen Vorträge in Baden bei interreligiösen Frauentagungen, bei „Unterwegs für das Leben“, bei Feministisch-theologischen Werkstätten oder beim Jubiläumsfest der Frauenarbeit 2006. Ihre Texte und Beiträge sind spirituelle Wegzehrung im Alltag, sie zeichnen sich aus durch Klarheit und gedankliche Tiefe, durch eine sensible und kraftvolle Sprache, durch eine menschennahe und berührende Theologie.
    Die festliche Preisverleihung findet im Rahmen der diesjährigen Stiftungsversammlung von GRATIA am 19. November 2010 um 17:00 Uhr im Lichthof des Evangelischen Oberkirchenrates in Karlsruhe statt. Herzliche Einladung!

    Annegret Brauch

    Die Namensgeberin des Preises, Marie von Marschall, gilt als Gründerin der Evangelischen Frauenarbeit in Baden. Auf ihre Initiative hin hatten sich 1916 über 50 Frauenvereine in Baden zum – wie es damals hieß - Evangelischen Frauenverein für Innere Mission in Baden zusammengeschlossen. Marie von Marschall verband auf kongeniale Weise soziales und gesellschaftliches Engagement mit ihrem christlichen Glauben. Ihr ist es zu verdanken, dass 1918 die erste evangelisch-soziale Frauenschule in Freiburg gegründet wurde, eine der wenigen Möglichkeiten für Frauen in jener Zeit eine qualifizierte Berufsausbildung zu erhalten. 1925 rief sie das erste Müttererholungsheim ins Leben, das Sonnenhaus in Königsfeld. Und schon 1916 setzte sie sich für einen landeskirchlichen Frauensonntag ein, der am 2. Advent jenes Jahres zum ersten Mal gefeiert wurde. Gemäß dem Engagement der Namensgeberin zeichnet GRATIA alle zwei Jahre Projekte oder Personen mit dem Marie-von-Marschall-Preis aus, die in besonderer Weise soziales und spirituelles Engagement verbinden.

         

        Wofür steht GRATIA?

         

        Das lateinische Wort 'gratia' bedeutet: Anmut, Grazie, Wohlwollen, Gunst, Dank, Gefälligkeit u.a.m. In der lateinischen Bibelübersetzung ist es das Wort für Gnade. "Sola gratia"- "allein aus Gnade" lautete die reformatorische Grundeinsicht Martin Luthers. Das heißt so viel wie: das Leben der Menschen, unser Dasein, die Erde, die uns trägt und nährt, die Liebe, die wir brauchen, ... sind nicht unser Verdienst, sondern Geschenk, Gottes großes JA zu den Menschen und zu seiner Schöpfung. Das "t" im Logo ist als Kreuz hervorgehoben, Zeichen der Liebe und Hingabe Christi für seine Menschengeschwister, Symbol dafür, dass wir als ChristInnen gleichermaßen nach oben ausgerichtet sind wie zu den Menschen an unserer Seite...

           

          Aus der Arbeit von GRATIA – Stiftung der Evangelischen Frauenarbeit in Baden

           

          Gratia

          Die Teilnehmerinnen des interreligiösen
          Frauenkurses in Bruchsal

          GRATIA fördert insbesondere Initiativen und Projekte von Frauen im Gebiet der Badischen Landeskirche und ihrer weltweiten Partnerkirchen. Schwerpunkt der Stiftungsarbeit sind Projekte, die das respektvolle Miteinander der Menschen fördern, unabhängig von Herkunft, Alter, Religion und kulturellem Hintergrund.


          Derzeit werden folgende Projekte gefördert:

          1. „Talente nutzen – Fähigkeiten stärken“ in Freiburg (seit Februar 2008)
          Dieses Projekt ist ein Angebot für wohnungslose Frauen. Angegliedert an die Tagesstätte „FreiRaum“ in Freiburg, eine Anlauf- und Kontaktstelle für wohnungslose Frauen, bietet das Projekt den durch ihre Lebenssituation vielfach belasteten Frauen ein Programmangebot, das ihnen ermöglicht, eigene Fähigkeiten und Talente wieder bewusst zu erfahren und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wieder zu gewinnen. Es bestärkt und unterstützt sie und eröffnet ihnen dadurch neue Gestaltungsspielräume und Perspektiven. Das Programmangebot reicht vom gemeinsamen Kochen, über Filzen, Stoffmalerei und kreatives Gestalten bis zum Besuch von sozialen Einrichtungen. Bei vielen Angeboten sieht man nicht unbedingt auf den ersten Blick, dass sie der Unterstützung und Qualifizierung dienen, bei genauerem Hinsehen wird allerdings klar, dass auch bei einem „Tag der Schönheit“ eine berufliche Perspektive im Hintergrund steht, etwa durch die Frage: Wie präsentiere ich mich bei einem Bewerbungsgespräch? „Die vielen kleinen Schritte, die bisher schon möglich waren, sind große Erfolge, über die wir uns sehr freuen“, sagt die Projektverantwortliche Angelika Hägele. „Aber es braucht auch weiterhin Zeit, Unterstützung und Ermutigung, damit die begonnenen Wege weitergegangen werden können“.


          2. „Interreligiöser Kurs“ für Frauen“ in Bruchsal (seit Juni 2008)
          Dieses Projekt wird vom Internationalen Frauencafe in Bruchsal in Kooperation mit der Evangelischen Gemeinde Untergrombach durchgeführt wird. Es ermöglicht Frauen unterschiedlicher Herkunft und Religion gemeinsames Lernen, schafft Raum für Verständnis und Begegnung. Christliche, muslimische und jüdische Frauen treffen sich regelmäßig, lernen im lebendigen Austausch Religion und Tradition der jeweils anderen kennen und erfahren dabei auch viel über die je eigenen Wurzeln. Gemeinsam sind den Frauen das Interesse an religiösen Fragen, die Freude an der Begegnung und der Wunsch, einander besser zu verstehen. „Wir haben schon viel miteinander erarbeitet und wir wollen auf jeden Fall über den Kurs hinaus weiterhin zusammen lernen“, so die „Bilanz“ der Initiatorinnen Inge Ganter, Fürüzan Kübach und Brigitte Olsen.


          3. „Bildungs- und Begegnungsarbeit für interreligiöses Verständnis“ in Immenstaad (seit Januar 2009)
          Dieses Projekt wurde von Frauen der Gruppe für Interreligiöse Begegnung (GIB) in Immenstaad initiiert und wird in Kooperation mit der dortigen Gemeinde durchgeführt. Intention und Ziel des Projekts ist, zur Begegnung zu ermutigen, gemeinsam lernen und zum besseren Verständnis der Religionen beitragen. Vorträge, Begegnungsabende, Gespräche und wechselseitige Besuche sind Teil dieses Vorhabens.


          4. „Antigewalt-Training“ für Mädchen und junge Frauen in Freiburg (seit Juni 2009)
          Weibliche Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren, die aufgrund ihres aggressiven und gewaltbereiten Verhaltens auffällig werden, lernen durch dieses geschlechtersensible Trainingsprogramm u.a., konstruktive Konfliktlösungsstrategien zu entwickeln, Grenzen zu setzen und zu akzeptieren und Verantwortung für sich zu übernehmen. Das Projekt ist angesiedelt beim Nachbarschaftswerk e.V. Freiburg und dem Diakonieverein e.V. Freiburg.


          Nähere Informationen über die geförderten Projekte und über die Stiftungsarbeit von GRATIA erhalten Sie unter www.gratia-stiftung.de und bei Pfarrerin Annegret Brauch, Evangelische Frauenarbeit in Baden, Tel. 0721-9175-321, info@gratia-stiftung.de .

               

              "Glaubwürdig wie eine durchgefärbte Kerze..."

               

              Karlsruhe (07.11.2008) abw. Annelise Fehrholz ist erste Preisträgerin des mit 2000 Euro dotierten Marie-von-Marschall-Preises der Stiftung GRATIA der Evangelischen Frauenarbeit in Baden.

              Fehrholz

              Annegret Brauch (r.) und Annelise Fehrholz

              Annelise Fehrholz, die heute 89jährig in Malsch bei Ettlingen lebt, hat seit den 70er Jahren maßgeblich dazu beigetragen, sozial- und gesellschaftspolitische Themen und Fragestellungen auf die Tagesordnung der Frauenarbeit und auch der Landeskirche zu setzen. Theologische Bildung war ihr ebenso wichtig wie praktisches Christentum. Ihr Engagement galt insbesondere der Müttergenesungsarbeit, der politischen Bildung, der Ökumenischen Bewegung und der Weltgebetstagsarbeit. Die Anfänge feministischer Theologie sind mit ihrem Namen ebenso verbunden wie die Bewegung „Unterwegs für das Leben“, deren Engagement für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung sie 1983 mitinitiierte und der sie bis heute eng verbunden ist.

              In ihrer Laudatio im Rahmen der Preisverleihung betonte Pfarrerin Annegret Brauch, Leiterin der Evangelischen Frauenarbeit in Baden, das Gottvertrauen und die Beharrlichkeit der Preisträgerin in ihrem Einsatz für die Menschen. „Im guten Sinne eigensinnig“ sei Annelise Fehrholz gegen jeden Widerstand mit Charme, Sturheit und Kreativität eingetreten. Aline Jung und Waltraud App stimmten als Weggefährtinnen in die Laudatio ein. Sie nannten die 89jährige „glaubwürdig wie eine durchgefärbte Kerze – innen und außen stimmen überein in ihrem Einsatz aus dem Glauben heraus sich den Fragen und Herausforderungen der Gegenwart zu stellen“.

              Gerührt von der Laudatio und dem Applaus der 60 anwesenden Frauen und Männer im Lichthof des Evangelischen Oberkirchenrates nahm Annelise Fehrholz den Marie-von-Marschall-Preis mit großer Freude und Dankbarkeit entgegen.

              GRATIA, Stiftung der Evangelischen Frauenarbeit in Baden,  zeichnet alle zwei Jahre Projekte und Personen mit dem Marie-von Marschall-Preis aus, die in besonderer Weise soziales und spirituelles Engagement verbinden. (www.gratia-stiftung.de)