Müller: Transfers von minderjährigen Fußballern nicht pauschal verurteilen
Karlsruhe, (25.01.2012). Die Transfers von jugendlichen Fußballern im Profibereich sind nach Ansicht des landeskirchlichen Beauftragten für Kirche und Sport in Baden, Stephan Müller, nicht generell zu beanstanden. Sie seien ethisch vertretbar, wenn die soziale Betreuung neben der sportlichen Förderung gewährleistet bleibe und ein Konsens zwischen den Jugendlichen, den Eltern und dem Verein getroffen worden sei.
Das in den Medien diskutierte Abwerben eines 13-Jährigen vom Zweitligisten St. Pauli nach Wolfsburg und eines 13-Jährigen von Tennis Borussia Berlin zur TSG Hoffenheim sei durchaus vertretbar, sagte Müller dem epd. Auch Kinder, die etwa ein Internat besuchten, verließen das gewohnte Umfeld, um beispielsweise in Leistungszentren gefördert zu werden, sagte der Sozialökonom und Prädikant.
Problematisch seien Transfers, die aus rein finanziellen Anreizen oder finanziellem Druck heraus entstünden oder wenn vertragliche Verpflichtungen dazu führten, dass das Wohl und die ganzheitliche Entwicklung der betroffenen Jugendlichen gefährdet würden. Wenn aber alle Beteiligten in einem konkreten Fall zum Ergebnis kommen, dass ein Wechsel der Förderung und Stärkung der Persönlichkeit dient, ist dieser nach Ansicht des kirchlichen Sportbeauftragten durchaus vertretbar.
Der badische Landesarbeitskreis Kirche und Sport, in dem neben der Landeskirche auch die badischen Sportverbände und die katholischen DJK-Sportverbände vertreten sind, habe dazu für Eltern eine Orientierungshilfe herausgegeben. Sie soll ihnen bei Verhandlungen mit Verantwortlichen im Sportbereich helfen
(Quelle: epd Südwest)
