Spirituelle Kirchenführungen für Frauen und Männer
Der Seele Raum geben
Kirchenräume
„Unsere Kirchen dienen der christlichen Gemeinde zum Gottesdienst. Dazu sind sie gebaut. Aber sie sind mehr: Sie haben eine Ausstrahlungskraft weit über die Gemeinden hinaus, denen sie gehören.“ So formulierte die 10. Synode der EKD im Mai 2003 in Leipzig in ihrer Stellungnahme zum Thema „Der Seele Raum geben – Kirchen als Orte der Besinnung und Ermutigung“. Und es heißt darin weiter: „Wer eine Kirche aufsucht, betritt einen Raum, der für eine andere Welt steht. Ob man das Heilige sucht, ob man Segen und Gottesnähe sucht oder schlicht Ruhe, ob ästhetische Motive im Vordergrund stehen – immer spricht der Raum: Durch seine Architektur, seine Geschichte, seine Kunst, seine Liturgie. Kirchen sind Orte, die Sinn eröffnen und zum Leben helfen können. Sie sind Räume, die Glauben symbolisieren, Erinnerungen wach halten, Zukunft denkbar werden lassen, Beziehungen ermöglichen: zu uns selbst, zu unserer Welt, zu Gott.“
Kirchenpädagogik
Die Kirchenpädagogik will dem Menschen einen neuen Zugang zum Kirchenraum über erfahrungsbezogene, handlungsorientierte und kommunikative Methoden ermöglichen. Damit erweist sie sich als eine „zeitgemäße“ Form religiöser Bildung.
Kirchenpädagogisches Arbeiten begann in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts im Nord-Westen Deutschlands. Die Pionierarbeit leisteten Frauen in Hamburg und Hannover, die kunstgeschichtlich interessiert und (religions-) pädagogisch oder theologisch ausgebildet waren. Sie experimentierten mit Methoden aus verwandten Disziplinen, wie z.B. der Museumspädagogik. Die Kompetenzen unterschiedlicher Fachrichtungen (Kunst, Geschichte, Religion, Germanistik) nutzte die Kirchenpädagogik, um neue Arbeitsweisen zunächst vor allem für kirchenpädagogische Experimente mit Kindern und Jugendlichen am außerschulischen Lernort Kirche anzubieten. Im Rahmen der Entwicklung des Themas „Öffnung der Kirchen“ rückte die Kirchenpädagogik weiter in das Interesse der kirchlichen Arbeit. 1991 einigte man sich bei einem bundesweiten Arbeitstreffen auf den Begriff „Kirchenpädagogik“. 2000 gründete sich der Bundesverband Kirchenpädagogik e.V. aus 13 Kirchenpädagoginnen aus fünf Landeskirchen und einem Erzbistum. Mittlerweile hat der Verband mehr als 100 Mitglieder, die kirchenpädagogische Initiativen vernetzen und weiterentwickeln. Bezeichnend für die Popularität, die die Kirchenpädagogik mittlerweile erreicht hat, ist der Umstand, dass die Landesbischöfin der hannoverschen Kirche, Dr. Margot Käßmann, die Schirmherrschaft für den Verband übernommen hat.
In den ersten Jahren des neuen Jahrtausends nahmen die kirchenpädagogischen Arbeitsbereiche stark zu. Sowohl die Ev. Erwachsenenbildung, als auch die Citykirchen- und Kulturarbeit melden derzeit ein großes Interesse an kirchenpädagogischer Arbeit an.
Für die Arbeit in den Gemeinden gilt allerdings, dass die kirchenpädagogischen Arbeitsweisen trotz wachsender Neugierde und steigendem Interesse noch keinen selbstverständlichen Platz erhalten haben. An vielen Stellen begegnet man dem Vorurteil, diese Arbeitsweisen seien nur für ‚berühmte’ und ‚mittelalterliche’ Kirchen relevant und in einem ‚normalen’ Kirchenbau nicht möglich. Dagegen behaupten KirchenpädagogInnen, dass die Arbeit in jedem Kirchenraum anwendbar sei.
Angebot der Frauenarbeit
Seit Februar 2005 macht die Frauenarbeit für interessierte Gemeinden/Frauengruppen/Erwachsene das Angebot, eine kirchenpädagogisch inspirierte Kirchenführung in ihrer Kirche vor Ort zu planen und zu erleben.
Bei Interesse wenden Sie sich bitte an: frauenarbeit@ekiba.de
Literaturhinweis: Neumann, Birgit/Rösener, Antje: Kirchenpädagogik. Kirchen öffnen, entdecken und verstehen, Gütersloh 2003.
